Geballte Theatergeschichte mit Coolness-Faktor – unser Besuch im Schauspielhaus Bochum *

Theatergeschichte in cool – POTTSPOTT im Schauspielhaus Bochum

Das Schauspielhaus Bochum geht grad spannende Wege und zeigt über 100 Jahre Theatergeschichte in einem außergewöhnlichen Liederabend. POTTSPOTT war da ...

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PACT Zollverein und Peace Food – ein Theater–Besuch im Essener Norden (RUHRKULTUR.JETZT X POTTSPOTT) *

(* Dieser Blogpost ist im Rahmen einer Kooperationen mit ruhrkultur.jetzt entstanden. Jeglicher Inhalt dieses Artikels spiegelt aber unsere persönliche Meinung wieder! ☺)

Zollverein? Kennt eigentlich jede Ruhrpottlerin und jeder Ruhrpottler. Und natürlich auch BesucherInnen von außerhalb – sogar echte Touristen habe ich hier neulich gesichtet (ein eher seltener Anblick in anderen Teilen Essens, leider). Gerade asiatische Architekturstudenten besichtigen Zollverein gerne. Und ja: Rem Koolhaas und sein Büro OMA haben das Gelände in den vergangenen Jahren wirklich sehr hübsch umgestaltet!

Es ist einerseits schade, dass das gesamte Gelände in den vergangenen Jahren viel von seinem ursprünglichen, industriellen Charakter eingebüßt hat. Andererseits ist in den alten Mauern von Fritz Schupp nicht nur etwas, sondern sehr viel neues entstanden. Ein multifunktional nutzbarer Kultur–Ort für das ganze Ruhrgebiet, mit tollen Museen, schönen Plätzen, der Eisbahn im Winter und dem Schwimmbecken im Sommer, und hier und da sogar noch etwas Erinnerung an die Zechenvergangenheit. Was noch fehlt, wäre ein richtig guter (!) Kinderspielplatz – aber der kann ja noch kommen. ☻


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Eines dieser Highlights auf dem Zechengelände ist PACT Zollverein – ich erinnere mich noch sehr gut an die 1. Performance, die ich hier erlebt habe: Wohl 20 nackte TänzerInnen, wildschwingende Penisse, Knabbern an den Blättern von Zimmertopfpflanzen, am Ende nur noch ein einziger, organischer Fleischberg! Das war in vielerlei Hinsicht beeindruckend. PACT ist ein Ort für Experimente, für Tanz, für Performance, für Choreographie. Selbst viele gebürtige EssenerInnen wissen nicht, was PACT ist – dabei gilt es schon heute als eine der besten Bühnen in der Sparte, und das Europaweit (!). Sehr häufig ist das Haus komplett ausverkauft.

Das tatsächliche Haus übrigens ist die alte Waschkaue – bis zur Schließung der Zeche in 1986 fungierte sie für bis zu 3.000 Bergmänner als Ort zum Umziehen, einem kurzem zur Ruhe kommen (nach der Schicht), Duschen / Waschen.

Bereits in den 1990er Jahren wurde das Gebäude von TänzerInnen in Beschlag genommen, fanden erste Aufführungen statt, noch ohne wirklichen offiziellen Rahmen.

Nach einem Umbau im Jahre 1999 durch den mittlerweile zum Stararchitekten avancierten Christoph Mäckler ist hier seit 2002 PACT Zollverein als offizielle Institution, heute getragen von einer Stiftung, beheimatet.

Stefan Hilterhaus ist ebenfalls seit 2002 der künstlerische Leiter des Hauses und bringt superviel Engagement für diesen besonderen Ort mit. Ein Ort, dessen Vergangenheit er mit Ausbeutung  von Kohle als natürlicher Ressource, aber auch und vor allem der körperlichen Leistung der Bergleute  assoziiert. Eine Vergangenheit, die in einem lange andauerndem Transformationsprozesses etwas Hoch–Positiven gewichen ist. PACT als Schnittstelle zwischen verschiedensten Menschen, ein Ort des Zusammenkommens, der Kultur, des Miteinanders. <3

Ganz ehrlich: Die alte Waschkaue mit PACT ist für mich einer der schönsten Orte auf Zollverein. Trotz des (scheinbar sehr behutsam erfolgten!) Umbaus weht hier noch viel mehr ,,Zechenluft” als beispielsweise auf dem großen Vorplatz vor Schacht 12! Ein ganz besonderer Ort. In vielerlei Hinsicht.

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PACT bietet Raum

hier können KünstlerInnen ohne Druck den besonderen Ort auf sich wirken lassen, Stücke (weiter–)entwickeln, reifen, das Ruhrgebiet und seine Menschen kennenlernen.


Ein gutes Team!

Ein gutes Team!

Mit der RuhrKultur.Card erkunden wir in diesem Jahr die reiche Museums– und Theater–Szene des Potts, und heute ist der Essener Norden an der Reihe.

Bis 31.12.2019 bietet Euch die Karte, die mit dem super–ausführlichen RuhrKultur.Guide daherkommt, jeweils einen freien Eintritt in alle 20 RuhrKunstMuseen und je ein Vorstellungsticket zum halben Preis für alle 11 RuhrBühnen und die Festivalzeiträume der Ruhrtriennale, der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und der Ruhrfestspiele Recklinghausen.

34 Aktivitäten also in 2019 für extrem faire € 45,00! ☻


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Hier geht’s scheinbar zur

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Da ist die Bühne!   ;–)

Da ist die Bühne! ;–)

Repräsentativ für das reichhaltige Programm im Pact haben wir uns die Premiere der neuesten Performance des Cullbergbaletten angeschaut.

Gegründet in 1967 von Birgit Cullberg in Schweden, ist das Cullbergbaletten eine Art schwedisches Pendant zum Wuppertaler Tanztheater von Pina Bausch: Eine zeitgenössische Tanzkompanie! Modernes Ballet, also.

ON THE CUSP – so heißt die Darbietung unter Leitung von Ian Kaler – hat uns sehr gut gefallen! Ihr werdet als BetrachterInnen versetzt in eine Art 80er / 90er Jahre Gym, in dem allerlei passiert.

Was mir auffällt: Jeder hat nach einer Zeit seine eigenen Favoriten im Ensemble, das aus ca. 20 TänzerInnen besteht.

Hätte man mich damals nicht mitgeschleppt, ich wäre wohl auch nicht auf die Idee gekommen, mir solch eine zeitgenössische Performance anzuschauen – aber es ist gut, sich einen Ruck zu geben, denn meistens ist es wirklich spannend, anders und macht auch etwas mit einem.

Es kann meditativ sein, inspirierend, aufwühlend. ☺ Wir werden jedenfalls wiederkommen und sind froh, dass es in Essen solch einen Ort gibt.


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Ziemlich beliebt

ist übrigens die hauseigene Gastronomie (geöffnet an den Abenden der Aufführungen) – das Stammpublikum kommt meistens schon 1 Stunde früher, um das eine der andere Bierchen zu trinken, Freunde zu treffen, und / oder einfach ein sehr leckeres Baguette zum fairen Preis zu futtern!


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Willkommen im

Pact Café!

Um in den Genuss dieses Ortes zu kommen, müsst Ihr Euch nicht unbedingt eine Aufführung anschauen (auch wenn ich das dringend empfehle): Jeden Mittwoch nämlich findet hier das PACT Café statt, und das sogar kostenlos, auch wenn Spenden natürlich willkommen sind. ☺

Das PACT Café soll ein Treffpunkt sein, ein Ort des Austausches, der es ermöglicht, bei Kaffee & Tee mit Fremden & Freunden Gespräche zu führen. Gleichzeitig findet – großartig! – immer ein Bewegungsworkshop für Kinder zwischen 4 und 6 statt, angeleitet von der professionellen Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin Eloisa Mirabassi, ebenfalls kostenlos.

Schachspielen im PACT Café!

Schachspielen im PACT Café!

So ein Angebot in solch einer Location in Rüttenscheid: Der Laden würde jede Woche überlaufen! Aber auch hier, in Katernberg, ist gut was los! Wäre es ein Bisschen näher, wir würden wohl auch jede Woche mit unserer Tochter kommen. Für den Workshop ist sie zwar noch zu klein, aber auch für die kleineren Kinder und Babies gibt’s hier reichhaltige Beschäftigungsoptionen!

Ein guter Ort zum Chillen! ☺

Ein guter Ort zum Chillen! ☺

Superschön, dass PACT nicht nur ein hochkulturelles Publikum von außerhalb ansprechen möchte, sondern auch aktiv sehr viel für den Stadtteil und die Kommunikation vor Ort unternimmt. Ein weiterer Baustein hierfür ist übrigens die WerkStadt, das sich als Satellit im Herzen Katernbergs befindet:

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Yo, Peace!

Klar, wenn Ihr PACT zu einer Aufführung besucht, spricht nix dagegen, einfach dort auch etwas zu essen und zu trinken – ganz im Gegenteil!

Aber falls Ihr ins PACT Café wollt, oder einfach mal wieder Zeit auf Zollverein verbringen möchtet, können wir Euch einen Abstecher (auch gut zu Fuß vom Zechengelände aus zu erreichen, übrigens!) zu Peace Food in Schonnebeck empfehlen – gelegen schräg gegenüber der 1. ALDI–Filiale der Welt!

Bei dem Restaurant (Imbiss? Es ist irgendwo dazwischen angesiedelt…) selbst handelt es sich scheinbar um eine alte Kneipe, die übernommen wurde – wirklich hübsch nach POTTSPOTT–Standards ist’s hier nicht, eher einfach–funktionell mit sanftem Hang zu Kitsch im Detail.

Das Essen aber ist mehr als pottspottig: Vegane vietnamesische und asiatische Küche, und tatsächlich so gut, dass sogar Fleischesser wie wir sehr gerne hierherkommen und nicht das Gefühl haben, auf etwas zu verzichten. Großartig!

Trotz der absoluten Off–Lage läuft Peace Food auch entsprechend gut und ist in der Regel sehr gut besucht – die BesucherInnen nehmen teils extra weite Wege auf sich (wobei, es ist in Schonnebeck – jeder nimmt hier weite Wege auf sich ;–)), um HIER zu essen!


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  • Pact Café, Bullmannaue 20a, 45327 Essen
    Website
    Öffnungszeiten: MI von 15–18 Uhr

  • Peace Food, Huestr. 74, 45309 Essen
    Facebook
    Öffnungszeiten: DI–FR von 12–14:30 Uhr und 17–21:30 Uhr, SA von 14–21:30 Uhr und SO von 13–21:30 Uhr

  • Text: Sebastian Becker

  • Fotos: Sebastian Becker, Märta Thisner (Ian Kaler / Cullbergbaletten ›ON THE CUSP‹ (Deutschlandpremiere)), Dirk Rose (Konzert in der WerkStadt in Essen-Katernberg)